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Einsatzkräfte des DRK Ortsvereins Bad Bergzabern bei "Rock am Ring"

Erfahrungsbericht

Konzert am Ring

Schon viele Wochen vor dem Festival begannen die Vorbereitungen für unseren Einsatz bei „Rock am Ring“. Da wir zum ersten Mal die Kameraden/Kollegen aus Mendig unterstützen wollten, gab es sehr viel abzuklären und in Erfahrung zu bringen, sowie unsere eigenen Helfer genau zu briefen.

Am Donnerstag, den 02.06.2016, ging die Reise los. Am Nachmittag wurde unser MTW 12/19-2 beladen, anschließend fuhren wir mit 9 Helfern unseres DRK Ortsvereins Bad Bergzabern Richtung Mendig.

Dort angekommen richteten wir in der Helferunterkunft, welche sich in der Sporthalle der Realschule-plus Mendig befand, unsere Schlafecke ein. Nach einer kurzen Liegeprobe auf den mitgebrachten Feldbetten bekamen wir von den Zuständigen eine kleine theoretische Einweisung auf das Gelände und den Ablauf. Drei unserer Helfer wurden bei einer Unfallhilfsstelle (UHS) eingeteilt, die restlichen 6 Helfer wurden im Rettungsdienst auf verschiedenen Rettungsmitteln eingeplant.

Bei einem gemeinsamen Abendessen im Vulkanbräu ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, denn am nächsten Morgen ging es früh los.

Gegen 6 Uhr in der Früh klingelten die Wecker. Mehr und mehr Helfer und Helferinnen von Feuerwehr & DRK bestiegen kurz darauf einen der Shuttlebusse, die uns von der Helferunterkunft auf das Rock-am-Ring-Gelände bringen sollten. Auf der Fahrt konnten wir das Gelände bereits aus der Ferne betrachten, eine enorm große Fläche!

Unser Weg führte vorbei an VIP- und Backstagebereich weiter zur Einsatzleitung und Rettungswache.

Dort erhielten wir zuerst unsere Helferausweise mit Namen, Qualifikation und Bild. Mit diesen Ausweisen mussten wir uns zum Dienst ein-& ausbuchen, außerdem dienten sie als Berechtigungsausweis an den zahlreichen Kontrollen.

Im Anschluss bekamen wir von der Nachtschicht eine Übergabe, sowie weitere Informationen über den Ablauf im Bereich Rettungsdienst & der Unfallhilfsstellen bei Rock am Ring. Die Helfer der UHS wurden mit den Shuttles weiter zu ihrem Einsatzort transportiert.

Und schon ging es los. Kaum gefrühstückt bekamen wir den ersten Einsatz. Wir wurden mit einem RTW zu einer der neun Unfallhilfsstellen auf dem Gelände alarmiert. Dort werden die Patienten vorversorgt und anschließend durch die Rettungsmittel, falls nötig, zur weiteren Versorgung & Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert. Schon der  Weg dorthin gestaltete sich schwierig. Zum Einen wegen der fehlenden Ortskunde, zum Andern wegen der schlecht zu befahrenden Wege. Durch die starken Regenfälle der vergangenen Tage waren diese sehr matschig.

Neben kleineren Verletzungen erwarteten uns auch einige internistische Notfälle. In dieser Schicht von 8-20 Uhr hatten die insgesamt 20 RTW, 12 KTW und 4 NEF jeweils ca. 6-8 Einsätze, was sich im Laufe der nächsten Dienste stetig steigerte. Als der Schichtwechsel gegen20 Uhr näher kam, zogen immer mehr Gewitterfronten auf uns zu. Pünktlich um 20 Uhr traf das Gewitter ein und ein Blitz schlug in eine der Bühnen ein. Dadurch wurden etliche Besucher des Festivals zum Teil schwer verletzt. Das Personal aus dem Tagdienst besetzte neben der Nachtschicht, noch zusätzliche Fahrzeuge um die Patienten zu versorgen. Außerdem wurden die umliegenden SEG-S und SEB-B Einheiten alarmiert. Gegen 00:00 beruhigte sich die Lage, sodass wir zurück in die Unterkunft konnten um ein paar Stunden zu schlafen, bevor wir am Samstag wieder um 6 Uhr aufstehen mussten.

Noch geschlaucht von den vielen Einsätzen am Vorabend und dem wenigen Schlaf, machten wir uns am Samstag wieder pünktlich auf zu unserer Schicht. Nach einer erneuten Übergabe des Nachtdienstes checkten wir wieder unsere Rettungsmittel auf Vollständigkeit und überprüften die Funktionsfähigkeit der Geräte. Nach einer kleinen Stärkung ging auch wieder der Piepser. Wegen erneuter Gewittergefahr war die Räumung des Geländes angeordnet und die Besucher begaben sich auf den Weg in ihre Fahrzeuge um dort abzuwarten, bis die Warnung wieder aufgehoben wurde. Durch die sich anstauende Hitze in den Fahrzeugen benötigten auch hier etliche Besucher unsere Hilfe, was uns wieder keine ruhige Schicht bescherte. Am Abend wurde die Warnung aufgehoben und die Konzerte konnten mit Verspätung beginnen. Nach Dienstende hatten wir die Möglichkeit die Konzerte aus nächster Nähe zu verfolgen.

Noch in der Nacht auf Sonntag wurde bekannt gegeben, dass der Veranstalter auf Grund der noch andauernden Unwetterlage, sich zum Abbruch der Veranstaltung entschieden hatte. Daraufhin mussten die Besucher das gesamte Gelände bis 12 Uhr geräumt haben und den Heimweg antreten.

So begann unser Dienst am Sonntag zunächst etwas im Ungewissen, da wir zu dem Zeitpunkt noch keine näheren Informationen über die Räumung und das Festivalende erhalten hatten, wir hatten lediglich die Info über die Medien. Unsere drei Helfer, die an einer der UHS eingeteilt waren und deren Dienst eigentlich später beginnen sollte, bekamen bereits in der Helferunterkunft die Info, dass ihr Dienst ausfällt. Wir hingegen setzen unsere Tagschicht weiterhin fort. Die Fahrzeuge konnten die Parkplätze nicht wie geplant verlassen, da die Autos im Schlamm feststeckten. Durch die Sonne heizten sich die Fahrzeuge enorm auf, die Festivalteilnehmer hatten keine Getränke mehr dabei, sodass es erneut zu etlichen Hilfeersuchen kam.

Wir errichteten auf dem Parkplatz einen Behandlungsplatz und die Feuerwehr verteilte Wasser an die Festivalbesucher.

Unmittelbar vor dem Eintreffen der  neuen Gewitterfront gegen 19 Uhr, war der Parkplatz geräumt.

Unsere Arbeit war somit erledigt. Wir konnten Feierabend machen und fuhren zurück in die Helferunterkunft um unsere Sachen zu packen.

Erschöpft, aber zufrieden und mit vielen neuen Erfahrungen im Gepäck traten wir die Heimfahrt an!

DRK Bad Bergzabern

 

12. Mai 2016 23:53 Uhr. Alter: 3 Jahre